Der Erzähler

Seit dem Jahre 2014 erzählt Christopher Robin Märchen und alte Volkserzählungen in hochdeutscher Sprache auf Veranstaltungen und Festivals, in Bibliotheken und Bildungsstätten, für Kinder und Erwachsene, begleitet von fröhlichen Gitarrenklängen und frechen Flötentönen.

Sein breites Repertoire an Erzählstoffen begeistert mit Märchen, Sagen und Geschichten Kinder ebenso wie Erwachsene, in seinen Erzähl-Theater-Stücken vereint sich das mündliche, freie Erzählen mit lebendigen, publikumsnahen Theaterspiel zu wundersamen Abenteuern und Schelmenstücken.

Im Moment widmet sich der Erzähler intensiv den fantastischen Pen&Paper-Rollenspielen, live und online, die das gemeinsame Erzählen von Geschichten spielerisch möglich machen, sowie seiner Ausbildung zum Theaterpädagogen im Theaterpädagogischen Zentrum Brixen.

Der Erzähler Christopher Robin Goepfert

„2017 begann ich meine Tätigkeit als freiberuflicher Künstler im Bereich Storytelling und dem UNESCO-Kulturerbe Märchen erzählen im deutschsprachigen Raum, hauptsächlich in Südtirol, Österreich und Süddeutschland.

Ich erstelle selbstständig künstlerische Projekt rund um das Thema Storytelling und freies, mündliches Erzählen, erarbeite alte Volkserzählung über Aufzeichnungen der Märchenforschung und aus literarischen Geschichtensammlungen und erzähle diese frei, mündlich und live vor Publikum.

  • Zu meinen Erfahrungen im Bereich Storytelling zählen:
  • Workshops zum freien Erzählen und Sprechen an Grund- und Mittelschulen.
  • Theaterpädagogische Projektarbeiten im Bereich Storytelling, Vortrag und improvisierten Erzählen mit Schulklassen.
  • Leitung von Projekten zum Thema Sagen und Mythen.
  • Kochkurse in südtiroler Weltläden der OEW und in Bibliotheken.

Zu meinen Erfahrungen im Bereich Märchen und Geschichten erzählen zählen:

  • Über 50 Auftritte im Jahr mit Erzähltheaterstücken in Bibliotheken und Schulen.
  • Erzählkunstveranstaltungen auf Festivals und Märkten in Deutschland, Österreich und Südtirol.
  • Teilnahme als Erzähler bei durcherzählten Nächten in Österreich der Märchenakademie Wien.“

Werkstatt: Wie ich aus einem schriftlichen Text eine mündliche Geschichte mache!

Märchenbücher gibt es zu Hauf, jedes Jahr kommen neue Ausgaben mit Märchen und Sagen heraus, in den Antiquariaten finden sich alte Sammlungen, die mündliche Erzählungen in Texte gefasst haben oder literarische Märchen, die für das Vor- oder Selberlesen gedacht sind – Märchenmaterial gibt es mehr als genug.

Doch beim Erzählen, wie ich es verstehe und praktiziere, geht es nur am Rande, wenn überhaupt, um den geschriebenen Text. Im Zentrum steht die freie Erzählweise, welche die Geschichten im Moment des Erzählens entstehen lässt, zur Interaktion mit dem Publikum einläd, die dem Ort und dem Anlass wahrnimmt und einfließen lässt.

Darum, wie ich aus einer Textvorlage eine mündlich erzählbare und im Moment des Vortrags frei zu gestaltende Geschichte mache, soll es in diesem Beitrag gehen.

  1. Lesen und Sichten – Sichten und Lesen
    Der erste Schritt besteht darin, mir ein Märchenbuch zu nehmen und es von vorn bis hinten durchzulesen. Dabei überfliege ich den Text nur. Wenn mich das Märchen anspricht, es mich berührt, Bilder auftauchen lässt oder Themen beinhaltet, die mich im Erzählen bewegen, dann kommt ein Lesezeichen zwischen die Seiten. Und das Buch lese ich weiter. In der Regel finden sich beim ersten überfliegen fünf oder sechs Geschichten, die mich ansprechen und die ich dann noch einmal lese. Zum Schluss bleiben nur mehr ein oder zwei der Geschichten übrig, denn nicht alle Märchen halten, was der erste Eindruck verspricht: Manchmal ist die Pointe fad oder nur schwer in die heutige Zeit übertragbar, manchmal ist die Geschichte inhaltlich zusammenhanglos, manchmal verbergen sich alte, überkommene Ansichten und Haltungen in den Handlungen – diese Geschichten landen in meiner Ablage mit dem Vermerk: Umarbeiten. (Diese Ablage wächst in der Regel schneller, als ich sie abarbeiten kann.)
  2. Lesen und Inhalte betrachten.
    Die Märchen, welche den ersten Schritt überstanden haben, lese ich nun ein weiteres Mal. Diesmal mit Blick auf die Struktur der Geschichte:
    Aus welchen und wie vielen Teilen besteht sie?
    Welche Personen kommen darin vor? Was sind deren Motivationen?
    Welche Orte und Gegebenheiten beeinflussen die Geschichte?

    Während ich den Text auf diese Weise durchgehe, zeichne ich auf einer Karteikarte eine Art Mindmap, auf der ich die Charaktere, deren Motivationen und die Orte notiere und mit Linien verbinde. So entsteht das Grundgerüst der Geschichte, die Storyline mit all ihren Verflechtungen, Haupt- und Nebensträngen.
  1. Die freie Textarbeit beginnt!
    Jeden Eintrag auf der Mindmap baue ich aus, mache mir Gedanken, wer die handelnden Personen sind, schreibe auf, was sie antreibt, wer sie sonst in ihrem Leben sind, beschreibe Orte und Abstrakta wie „die Zeit“ oder „der Tod“, wenn sie für das Märchen eine Rolle spielen. Während dieser Arbeit entferne ich mich vom Ursprungstext aus der Buch-Vorlage und beginne, meine eigenen Worte und Bilder zu finden. Mit diesen einzelnen, voneinander unabhängigen Textblöcken im Hintergrund beginne ich, die Geschichte das erste Mal frei zu erzählen. Dabei verwende ich den Ursprungstext gar nicht mehr.
  1. Das Märchen „rund“ erzählen.
    Das Märchen wird erzählt. Ich erzähle es mir selbst beim Spazieren gehen oder Fahrrad fahren oder in der Badewanne. Erzähle es der Familie, anderen Erzähler:innen, hole mir Feedback. Bearbeite im Erzählen holprige Stellen, kürze Überflüssiges oder füge noch etwas hinzu – das alles geschieht nur im Kopf und im Austausch mit anderen Menschen – ich verinnerliche die Geschichte solange, bis ich sie, gleich einer Erinnerung an eine erlebte Begebenheit, frei erzählen kann.
  2. Auf die Bühne
    Nun ist die Geschichte reif. Ich kann sie frei erzählen, im direkten Kontakt mit den Zuhörenden, gehe dabei auf Reaktionen und Fragen ein, füge dem Märchen etwas hinzu oder lasse etwas weg, binde das Publikum in die Erzählung mit ein – spätestens jetzt ist die Erzählung in meinem Repertoire verankert und spontan anwendbar.

Titel des Original-Textes im Buch: „Der Arme und seine Mira“

aus „Märchen griechischer Inseln und Märchen aus Malta“, S. 53 – Diederichs Märchen der Weltliteratur – rororo
Gefördert vom Amt für deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen.
Gefördert von

Open Air Geschichten

Open Air Geschichten auf dem Bauernmarkt in Mühlbach

Der phantastische Tell Tonka Beans, weithin bekannt als Onkel Tonka, ist wieder unterwegs und erzählt frei und mündlich gescheite Geschichten von klugen Leuten und anderen wichtigen Dingen.
.
Am 24. und am 31. August 2021 von 9:00 bis 11:00 Uhr auf dem Bauernmarkt in Mühlbach – erzählt wird für Jung und Alt.
.
Gefördert vom Amt für deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen

Open Air Nachterzählungen in Klausen

Der Erzähler Christophorus Raconter des Faribole erzählt frei und mündlich in deutscher Sprache gescheite Geschichten von klugen Leuten und anderen wichtigen Dingen.

Am 6. August 2021 von 19:00 bis 22:00 Uhr, hier und dort an unterschiedlichen Orten in der Klausener Altstadt – erzählt wird für Jung und Alt.

In Zusammenarbeit mit der WGK Klausen
und
gefördert vom Amt für deutsche Kultur der autonomen Prvinz Bozen

Videoreihe „Erzählen Erblüht“

Im Herbst 2020, kurz bevor ich, wie viele andere in dieser bewegten Zeit, aus wohl bekannten Gründen in die lange Winterpause ging, habe ich gemeinsam mit der Erzählerin Margarete Wenzel die Erzählkunstveranstaltung „Wo das Schöne blüht“ in der Maerchenakademie Wien filmend begleitet. Die Erzählerinnen dieses Abends waren Karin „Frau Wolle“ Tscholl und Margarete Wenzel selbst. Während der Vorbereitungen und Durchführung haben wir mehrere Videos über diese Veranstaltung aufgezeichnet und es ist eine kleine Serie entstanden: „Erzählen Erblüht“

In den Videos wagen wir den Versuch, mittels Camcorder und Mikrofon hinter die Kulissen des Berufes Erzähler:in zu schauen, nicht nur eine Liveveranstaltung mitzufilmen, sondern auch die Vorbereitungen sichtbar zu machen und Beteiligte zu Wort kommen zu lassen.

Und ganz nebenbei vom Erzählen zu erzählen…

In diesem Video findet ihr das erste der Reihe, „Erzählen Erblüht – Live vor Ort!“, ein Teaser zu der zweistündigen Abendveranstaltung „Wo das Schöne blüht“

Je mehr Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen erzählt werden, desto mehr Begegnung findet statt. Inspiration kommt in Fluss. Innere Reisen und wirksame Vorstellungen, die es sich zu merken lohnt, tauchen auf, werden mitgeteilt und gewonnen.

Wer beim mündlichen Erzählen live vor Ort ist, kann weitere Ebenen ins eigene Leben bringen. Erzählen Erblüht ist eine Reihe von Videos, die dieses Thema umspielen und auf einander Bezug nehmen. Diese Folge hat den Charakter einer Eingangstür zur ganzen Reihe, eines Teasers, der zum Sehen weiterer Folgen … vor allem aber zum Zuhören kommen, wenn wirklich live erzählt wird, verlocken möchte.

Erzählt werden kann überall, wo Menschen zusammen an einem Ort sind. Dabei finden Zuwendung und Anregung statt. Die Beteiligten sind aktiv und entspannt zugleich, ein wohltuender Zustand…

Märchenerzählen ist UNESCO-Kulturerbe. Erzählen ist eine Universalkompetenz mit vielen möglichen Wirkungen. Es kann verschiedenste Stoffe aufgreifen. Es kann auf verschiedensten Ebenen von Können praktiziert werden; als Kunst, als philosophische Handlung, im Marketing, zur Unterhaltung, zum Trost, zur Inspiration (…) bei der Arbeit, in sozialen Kontexten, in der Familie, an verschiedensten Orten, zu verschiedensten Zeiten, jedenfalls im Jetzt-und-Hier. Auch von Ihnen/von Dir im nächsten Moment…

Margarete Wenzel – Erzählerin

Werkstatt-Gespräche Online

In dieser Reihe bekommen wir anregende Einblicke in je ein aktuelles Projekt, das ein:e  professionell Erzählende:r derzeit entwickelt, erarbeitet oder probt.  

Es sind Projekte ausgewählt, bei denen es etwas Besonderes zu sehen gibt, denn bildlich etwas  zeigen, das kann das Medium Zoom. Wir bekommen also die ungewöhnliche Gelegenheit, die Erzähler:Innen direkt dort, wo ihre Werke vorbereitet werden, zu besuchen.  Wir bekommen erzählt, wie ein Programm oder ein Stück erzählerischer Arbeit in  monatelanger liebevoller „Hand-werks“tätigkeit vorbereitet wird. Wer dabei ist, kann im  Anschluss an die Werkstatterzählung Fragen stellen, Antworten lauschen und Inspiration tanken. Wir begegnen einander und kommunizieren Handlungs-Wissen, Schaffensfreude und Ideen.

Eine Veranstaltungsreihe der Maerchenakademie Wien Online

Samstag, 20. Februar 2021, 18 – 19:30 Uhr
Margarete Wenzel – nagelneue Geschichten und die wahrhaftige Erzählbibliothek – Moderation: Claudia Mohr

Samstag, 6. März 2021, 18 – 19:30 Uhr
Claudia Mohr – Fragen stellen und der größte Friedhof der Welt – Moderation: Christopher Robin Goepfert

Samstag, 13. März 2021, 18 – 19:30 Uhr
Karin Duit – märchenhafte Lebenswege und Anbandeln mit Fäden – Moderation: Christopher Robin Goepfert

Samstag, 27. März 2021, 18 – 19:30 Uhr
Christopher Robin Goepfert – Abenteuer-Bausteine und Drachentöter – Moderation: Karin Duit

Samstag, 10. April 2021, 18 – 19:30 Uhr
Stefan Libardi – der reisende Ohrensessel und die sieben Zwerge – Moderation: Margarete Wenzel

Die Veranstaltungsreihe findet auf Zoom statt, die Angemeldeten erhalten spätestens eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung  den Link per E-Mail.  

Teilnahmekosten 

20,- € für eine einzelne Veranstaltung,  

55,- € für drei auf einmal gebuchte Veranstaltungen (bei der Anmeldung bekanntgeben, welche!),  90,- € für jene, die alle fünf Veranstaltungen auf einmal buchen.  

Es können auch mehrere Menschen zusammen an einem Gerät den Zoom-Link nützen und  „dabei sein“.

Anmeldung 
Bitte an Anke Dorothea Schneider
per E-Mail schicken: anke.dorothea.schneider@gmail.com,  

und zwar baldmöglichst, spätestens drei Tage vor Beginn der betreffenden Veranstaltung unter Angabe von Name, E-Mailadresse und Telefonnummer, mit gleichzeitiger Überweisung des Teilnahmebeitrages und Zahlungszweck „MWO Werkstattgespräche“

auf das Konto IBAN: AT19 1200 0515 1202 0745 BIC: BKAUATWW
lautend auf Verein NarrARE, bei der Bank Austria AG.  

Vergabe der Plätze nach Reihenfolge der verbindlichen Anmeldung  

Storno: Im Falle einer Absage durch den Teilnehmer/die Teilnehmerin wird bei Abmeldung bis  zum Anmeldeschluss die geleistete Anzahlung nach Abzug einer Bearbeitungsgebühr von 10,-  Euro zurück überwiesen. Nach diesem Termin ist keine Rückerstattung vorgesehen. Es kann aber ein/e ErsatzteilnehmerIn den Kursplatz übernehmen.  

Im Falle des Nichtzustandekommens der Veranstaltung wird die volle Anzahlung zurückerstattet.  

Wer gern Einblicke in die eigene Werkstatt geben möchte, schreibe dies bitte an narrare.schatzkammer@gmail.com