Videoreihe „Erzählen Erblüht“

Im Herbst 2020, kurz bevor ich, wie viele andere in dieser bewegten Zeit, aus wohl bekannten Gründen in die lange Winterpause ging, habe ich gemeinsam mit der Erzählerin Margarete Wenzel die Erzählkunstveranstaltung „Wo das Schöne blüht“ in der Maerchenakademie Wien filmend begleitet. Die Erzählerinnen dieses Abends waren Karin „Frau Wolle“ Tscholl und Margarete Wenzel selbst. Während der Vorbereitungen und Durchführung haben wir mehrere Videos über diese Veranstaltung aufgezeichnet und es ist eine kleine Serie entstanden: „Erzählen Erblüht“

In den Videos wagen wir den Versuch, mittels Camcorder und Mikrofon hinter die Kulissen des Berufes Erzähler:in zu schauen, nicht nur eine Liveveranstaltung mitzufilmen, sondern auch die Vorbereitungen sichtbar zu machen und Beteiligte zu Wort kommen zu lassen.

Und ganz nebenbei vom Erzählen zu erzählen…

In diesem Video findet ihr das erste der Reihe, „Erzählen Erblüht – Live vor Ort!“, ein Teaser zu der zweistündigen Abendveranstaltung „Wo das Schöne blüht“

Je mehr Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen erzählt werden, desto mehr Begegnung findet statt. Inspiration kommt in Fluss. Innere Reisen und wirksame Vorstellungen, die es sich zu merken lohnt, tauchen auf, werden mit-geteilt und gewonnen. Wer beim mündlichen Erzählen live vor Ort ist, kann weitere Ebenen ins eigene Leben bringen. Erzählen Erblüht ist eine Reihe von Videos, die dieses Thema umspielen und auf einander Bezug nehmen. Diese Folge hat den Charakter einer Eingangstür zur ganzen Reihe, eines Teasers, der zum Sehen weiterer Folgen … vorallem aber zu Zuhörenkommen, wenn wirklich live erzählt wird, verlocken möchte. Erzählt werden kann überall, wo Menschen zusammen an einem Ort sind. Dabei finden Zuwendung und Anregung statt. Die Beteiligten sind aktiv und entspannt zugleich, ein wohltuender Zustand… Märchenerzählen ist UNESCO-Kulturerbe. Erzählen ist eine Universalkompetenz mit vielen möglichen Wirkungen. Es kann verschiedenste Stoffe aufgreifen. Es kann auf verschiedensten Ebenen von Können praktiziert werden; als Kunst, als philosophische Handlung, im Marketing, zur Unterhaltung, zum Trost, zur Inspiration (…) bei der Arbeit, in sozialen Kontexten, in der Familie, an verschiedensten Orten, zu verschiedensten Zeiten, jedenfalls im Jetzt-und-Hier. Auch von Ihnen/von Dir im nächsten Moment…

Margarete Wenzel – Erzählerin

Werkstatt-Gespräche Online

In dieser Reihe bekommen wir anregende Einblicke in je ein aktuelles Projekt, das ein:e  professionell Erzählende:r derzeit entwickelt, erarbeitet oder probt.  

Es sind Projekte ausgewählt, bei denen es etwas Besonderes zu sehen gibt, denn bildlich etwas  zeigen, das kann das Medium Zoom. Wir bekommen also die ungewöhnliche Gelegenheit, die Erzähler:Innen direkt dort, wo ihre Werke vorbereitet werden, zu besuchen.  Wir bekommen erzählt, wie ein Programm oder ein Stück erzählerischer Arbeit in  monatelanger liebevoller „Hand-werks“tätigkeit vorbereitet wird. Wer dabei ist, kann im  Anschluss an die Werkstatterzählung Fragen stellen, Antworten lauschen und Inspiration tanken. Wir begegnen einander und kommunizieren Handlungs-Wissen, Schaffensfreude und Ideen.

Eine Veranstaltungsreihe der Maerchenakademie Wien Online

Samstag, 20. Februar 2021, 18 – 19:30 Uhr
Margarete Wenzel – nagelneue Geschichten und die wahrhaftige Erzählbibliothek – Moderation: Claudia Mohr

Samstag, 6. März 2021, 18 – 19:30 Uhr
Claudia Mohr – Fragen stellen und der größte Friedhof der Welt – Moderation: Christopher Robin Goepfert

Samstag, 13. März 2021, 18 – 19:30 Uhr
Karin Duit – märchenhafte Lebenswege und Anbandeln mit Fäden – Moderation: Christopher Robin Goepfert

Samstag, 27. März 2021, 18 – 19:30 Uhr
Christopher Robin Goepfert – Abenteuer-Bausteine und Drachentöter – Moderation: Karin Duit

Samstag, 10. April 2021, 18 – 19:30 Uhr
Stefan Libardi – der reisende Ohrensessel und die sieben Zwerge – Moderation: Margarete Wenzel

Die Veranstaltungsreihe findet auf Zoom statt, die Angemeldeten erhalten spätestens eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung  den Link per E-Mail.  

Teilnahmekosten 

20,- € für eine einzelne Veranstaltung,  

55,- € für drei auf einmal gebuchte Veranstaltungen (bei der Anmeldung bekanntgeben, welche!),  90,- € für jene, die alle fünf Veranstaltungen auf einmal buchen.  

Es können auch mehrere Menschen zusammen an einem Gerät den Zoom-Link nützen und  „dabei sein“.

Anmeldung 
Bitte an Anke Dorothea Schneider
per E-Mail schicken: anke.dorothea.schneider@gmail.com,  

und zwar baldmöglichst, spätestens drei Tage vor Beginn der betreffenden Veranstaltung unter Angabe von Name, E-Mailadresse und Telefonnummer, mit gleichzeitiger Überweisung des Teilnahmebeitrages und Zahlungszweck „MWO Werkstattgespräche“

auf das Konto IBAN: AT19 1200 0515 1202 0745 BIC: BKAUATWW
lautend auf Verein NarrARE, bei der Bank Austria AG.  

Vergabe der Plätze nach Reihenfolge der verbindlichen Anmeldung  

Storno: Im Falle einer Absage durch den Teilnehmer/die Teilnehmerin wird bei Abmeldung bis  zum Anmeldeschluss die geleistete Anzahlung nach Abzug einer Bearbeitungsgebühr von 10,-  Euro zurück überwiesen. Nach diesem Termin ist keine Rückerstattung vorgesehen. Es kann aber ein/e ErsatzteilnehmerIn den Kursplatz übernehmen.  

Im Falle des Nichtzustandekommens der Veranstaltung wird die volle Anzahlung zurückerstattet.  

Wer gern Einblicke in die eigene Werkstatt geben möchte, schreibe dies bitte an narrare.schatzkammer@gmail.com

Veranstaltung: Alle Viere – Geschichten für Dich und deine Lieben


Anmeldung per Mail: margareteerzaehlt@gmail.com
Website: http://www.die-erzaehler.com

Geschichte: Warum der Himmel so hoch …

Warum der Himmel so hoch und das Meer so tief ist . . .
eine alte Schöpfungsgeschichte aus Griechenland, neu und frei erzählt.

Was ist Pen&Paper-Rollenspiel?

Seit einiger Zeit befasse ich mich mit einem für mich recht neuen Zweig des Storytelling: dem Pen-and-Paper-Rollenspiel.

Grundlegend betrachtet ist Pen&Paper folgendes:
2 bis 7 Spieler sitzen an einem Tisch, jeder mit Stift und Papier und einer mehr oder weniger großen Anzahl mehr oder weniger ungewöhlicher Würfel ausgestattet.

Einer der Spieler ist der Spielleiter und erzählt den anderen Spielern, wo sie sich befinden, was dort zu sehen, zu hören und/oder zu spüren ist.

Die Anderen sind Spieler und erklären, was sie mit ihrem im Vorfeld entworfenen Spieler-Charakter in der eben beschriebenen Situation tun möchten, woraufhin wiederum der Spielleiter erzählt, was daraufhin geschieht.

Je nachdem, was die Spieler tun wollen, kann der Spielleiter Würfelwürfe fordern, die über Erfolg oder Misserfolg des ersonnenen Plans entscheiden.

Dabei entwickelt sich eine Mischung aus Gesellschaftsspiel, Improvisationstheater und Erzählung.

Dieses Spielprinzip ist so simpel und frei, das es inzwischen unzählige Regelwerke gibt, die darauf aufbauen und unterschiedlich komplex sind.
Manche Regelwerke sind seit den 70er Jahren am wachsen, umfassen mehrere Bücher und viele ausgearbeitete Abenteuer-Geschichten, die von den Spielrunden in vielen, ausgedehnten Sitzungen erspielt werden können.

Andere passen auf eine DIN-A-4-Seite und können an einem Abend intuitiv und ohne große Vorbereitung durchgespielt werden.

Mich als Erzähler fasziniert hieran die fantastische Freiheit, mit der es den Spielern ermöglicht wird, in die Geschichten einzutauchen, diese nicht nur als Empfänger erleben zu dürfen, sondern als schöpfende Kraft. Mit jeder Entscheidung, die ein Spieler in seiner gewählten Rolle trifft, geschieht in der Geschichte etwas; manches führt dazu, das die Story weiter voran getrieben wird, anderes führt zu völlig unvorhergesehenen Möglichkeiten, zu neuen Geschichten, die in dem Moment improvisiert und ausgespielt werden.

Im Pen&Paper-Rollenspiel ist es den Spielern möglich, in die Settings von Tolkiens „Der kleine Hobbit“ und „Herr der Ringe“, als einer von Robin Hoods Gefährten ins England des 13. Jahrhunderts, in H. P. Lovecrafts fantastische Horrorerzählungen einzutauchen.
Man kann Welten entwerfen, in welchen auf ungewöhnliche Weise Grimms Märchen erlebbar werden oder Kindergeschichten adaptieren, die zu kleinen Pen&Paper-Rollenspielen für die Jüngeren werden.

Pen&Paper-Spiele fördern die Handlungsfähigkeit der Spielenden auf unterhaltsame Weise, denn nur wer etwas unternimmt, treibt die Geschichte voran. Auftauchende Probleme werden von unterschiedlichen Richtungen betrachtet, in der Runde der Spieler, die als gemeinsame Gruppe gemeinsame Ziele mit unterschiedlichen Möglichkeiten erreichen wollen, wird diskutiert, gerätselt, auch gestritten und letztendlich im Teamplay die Herausforderung gemeistert.

Die Geschichten finden dabei im Kopf, in der Fantasie statt, brauchen keinen Bildschirm, keine Computerkonsole, keine Technik.

Nur einen Stift.
Ein paar Blätter Papier.
Und einige Abenteurer, die Geschichten erleben wollen.

Spiel: Pferderennbahn

Vor langer, langer, gar nicht langer Zeit,
bevor ich vom Koch zum Erzähler wurde,
machte ich eine ganze Handvoll Kurse, alle in ein und demselben Bildungshaus, dem JUKAS in Brixen, welches sich für mich als eine Schatzkiste der Möglichkeiten offenbarte!
Welch für ein Wunderland der Kreativität lag dort im Programmheft vor mir!

Ich belegte innerhalb eines Winters Kurse in Gesichtsmalerei, systemischer Pädagogik, Zauberei, Gitarre, Schattentheater, improvisiertem Erzählen und noch einigen anderen Seminaren im kleinkünstlerischen und pädagogischen Bereich.

Schon damals haben mich, neben den ausgeschriebenen Themen, besonders die Spiele fasziniert, welche einige dieser Kurse begleitet haben, die von den Referenten zur Auflockerung, für eine positve Gruppenatmosphäre oder zum Wecken der Kreativität angeleitet wurden.

Inzwischen sind gut sieben Jahre vergangen und ich habe ich eine ganze Sammlung von Gruppenspielen beieinander, die mit einem minimalen Materialeinsatz auskommen; ich kann sie spontan und ohne große Vorbereitung spielen, es braucht nur einige Menschen, die sich miteinander in das spannende Abenteuer Spiel wagen wollen.

Einige meiner liebsten Spiele werde ich in loser Folge unter der Kategorie „Mit-Menschen-Spielen“ hier im Blog mit euch teilen; zum Einen, weil ich dabei viele von den älteren Spielen für mich im schreiben wieder etwas auffrischen und wiederfinden kann, zum Anderen, weil ich denke, das wir alle mehr spielen dürfen. Und da schadet es nichts, ein paar Spielanleitungen zu haben.

Wo ich mich erinnere, schreibe ich dazu, wo und bei wem ich die Spiele das erste Mal erlebt habe; bei einigen weis ich es inzwischen nicht mehr, bei manchen noch ganz genau, das ein oder andere habe ich selbst für meine Arbeit erdacht. Die Anleitungen schreibe ich aus meiner eigenen Arbeit und Erinnerung heraus auf.

Nun viel Freude beim ausprobieren!

Die Pferderennbahn

Bewegungsspiel
ab 4 MitspielerInnen

Alle MitspielerInnen werden aufgefordert, sich im Kreis aufzustellen.
Die Spielleiterin erzählt nun folgende Einleitung und begibt sich dabei deutlich in Position:
leicht in die Knie gehen, beide Hände auf die Oberschenkel (Ihr werdet sehen, mehr braucht ihr nicht sagen oder tun, eure Mitspieler ahmen euch in Erwartung des Spiels automatisch nach).

„Sehr verehrte Damen und Herren, herzlich Willkommen auf der Pferderennbahn. Bitte halten Sie sich bereit, die Pferde sind gesattelt, gehen sie bitte in ihren Startboxen auf Position, in Kürze fällt der Startschuß!

Auf die Plätze

Fertig

PENG! — und LOS!“


Der Spielleiter immitiert nun ein galoppierendes Pferd, indem er sich flott im Galopp auf seine Schenkel klopft; hier sollte die ganze Gruppe sofort eingestiegen sein, so das ein wildes Hufgetrappel den Raum erfüllt. Sollte es Nachzügler geben, kann man immer noch eine kurze Aufforderung zum Einstieg ins Rennen einwerfen.

Also sind alle Pferde im Galopp auf der Rennbahn. Nun ist so eine Rennstrecke aber nicht nur grade, nein, es gibt Kurven, manche nach Rechts, manche nach Links, es gibt Hinternisse (Alle springen darüber), Wassergräben (Alle prusten laut mit gesenkten Kopf durchs Wasser), Hecken (Kitzeln am Bauch), die Fankurve (Alle Jubeln und feuern an) . . . da sei der Fantasie der Spielleiterin jede Menge Freiraum gelassen.

Zum Beispiel:
Die Rechtskurve: der Spielleiter ruft: „Achtung, da vorne, eine Rechtskurve!“ und neigt sich im Galopp weit nach Rechts, worauf alle Rennpferdchen sich nach Rechts werfen.

Hindernis: die Spielleiterin ruft: „Und dort, ein Hindernis: All springen!“ und hüpft dabei in die Höhe. Wie alle Anderen auch.

So geht es immer weiter: Der Spielleiter macht die Ansage, was als nächstes kommt und macht das entsprechende Stimm/Bewegungsmotiv vor, worauf ihm alle nach tun.

Bis zum Schluß alle Pferde ins Ziel einlaufen:
„Und da ist auch schon das Ziel zu sehen, ein letzter Endspurt noch (alle klopfen so schnell sie können auf ihre Schenkel)
uuuuuuunnnnnnndddddd —– Gewonnen!
(Alle springen jubelnd auf und werfen ihre Arme in die Luft).

Dieses Spiel habe ich das erste Mal bei Oliver Spalt in einem Kurs über die Grundlagen der Fotobearbeitung mit GIMP am Computer gesehen und mitgespielt.

Später habe ich es noch oft mit Kindern während Erzählstunden eingebaut, es ist ein geniales Spiel, mit dem die Kinder spielerisch Bewegungsenergie los werden können. Wenn ich merke, das im Publikum Unruhe entsteht, die Kinder auf ihren Sitzen herumrutschen oder sich strecken, baue ich die Pferderennbahn in unterschiedlichen Variationen ein:

Ob Verfolgungsjagt, Rennen oder als Anreiseerzählung – Kinder wie Erwachsene haben damit eine Menge Spaß.
Und danach hört es sich wieder leicht zu.


Workshop: Pen&Paper Rollenspiel

In diesem Workshop wird das Pen&Paper-Konzept erläutert und dessen Möglichkeiten erklärt, es wird kreativ gearbeitet, Geschichten werden geschrieben und gespielt – Teamwork wird dabei groß geschrieben!

Ein fantastisches Abenteuer erwartet uns . . .

Programm: Onkel Tonka’s Narren-Stücke

Onkel Tonka, der weise Narr, der närrische Weise, mischt beim Fasching kräftig mit:

Ob Geschichten von frechen Schelmen, sorglosen Glückspilzen, rollenden Marillenknödeln oder des Doktors Katze, Onkel Tonka weiß zu allem einen lustigen Schwank zu erzählen!

Christopher Robin Goepfert erzählt in seiner Narrenposse als Onkel Tonka frei Geschichten und läd mit unterhaltsamen Spielen zum Mitmachen ein.

Dauer: mindestens 45 Minuten / nach Absprache
Geeignet für: 5 bis 12 Jahre